Nachtwanderung auf den Stählibuck

 

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Nachtwanderung der Sekundarschule Waldegg

In der Nacht vom 7. auf den 8. September 2018 fand nach dreijährigem wetterbedingtem Unterbruch endlich wieder eine Nachtwanderung statt; dieses Jahr war der Stählibuckturm oberhalb von Frauenfeld das Ziel.

Es ist Mitternacht. Auf dem Parkplatz Waldegg haben sich 63 Schülerinnen und Schüler versammelt. Zusammen mit vier Lehrpersonen haben sie sich zur freiwilligen Nachtwanderung eingefunden. Nach der Präsenzkontrolle, der Abgabe eines Notfallzettels und dem Hinweis, sich in bewohnten Gebieten ruhig zu verhalten, startet die ganze Gruppe. Zuerst geht es der Murg entlang, dann durch den Lommiserwald Richtung Lommis. Der Himmel ist leicht bedeckt, vereinzelt sieht man Sterne. Bei angenehmen Temperaturen kommt die Gruppe gut voran.

Hauptorganisator und «Reiseleiter» Thomas Roth nutzt eine erste Pause, um den Schülerinnen und Schülern ein paar Informationen zum Sternenhimmel und zur Orientierung bei Nacht zu geben. Dann steht die Spitze der Gruppe plötzlich ganz unerwartet vor einer Baustelle. Der Durchgang ist gesperrt, da eine Brücke neu gebaut wird. Es ist eine Zusatzschlaufe nötig, um wieder auf die geplante Route zu kommen.

Zwischenzeitlich ist der Himmel klar und sehr viele Sterne funkeln am dunklen Nachthimmel. Und schon von Weitem sind die drei roten Lichter auf dem Kran beim Schloss Sonnenberg zu sehen. Der Wanderweg steigt nun steil an und führt durch den dichten Wald hinauf bis zum Schloss. Dann sind es nur noch 500 Meter Richtung Norden bis zur Feuerstelle. Drei Lehrpersonen, Jeanine Wild, Dominic Schalch und Bruno Gunterswiler, haben ein grosses Feuer gemacht und eine schöne Glut vorbereitet. Auch Getränke stehen bereit. So dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Würste auf den Rost legen und sich mit Apfelpunsch und Mineralwasser bedienen. Einzelne legen sich hin und schlafen eine Weile. Kein Wunder, denn es ist schon halb vier Uhr morgens.

Nach gut einer Stunde geht die Wanderung weiter. Auf dem offenen Feld kann man den Weg gut sehen. Auch die Umrisse der Bäume und Häuser erkennt man. Im Wald aber ist es stockfinster, so dass eine Lampe zur Orientierung unerlässlich ist. Manchmal hört man auch ein Rascheln oder Schritte. Ist gerade ein Reh oder ein Fuchs weggelaufen? Oder ist es ein Wildschwein gewesen? Viele Schülerinnen und Schüler sind sicher froh, dass sie nicht alleine sind. Der anfänglich leicht abfallende und flache Weg steigt plötzlich wieder stark an. Ein gutes Zeichen, denn das eigentliche Ziel, der Stählibuckturm, kommt immer näher.

Beim Turm gibt es eine Präsenzkontrolle, um sicher zu sein, dass niemand den Anschluss verpasst hat. In kleinen Gruppen besteigen die Schülerinnen und Schüler   den Turm und staunen über die vielen Lichter: Von Frauenfeld über Häuslenen, Matzingen, Wängi bis nach Münchwilen/Sirnach eröffnet sich eine eindrückliche Aussicht über den westlichen Teil des Thurgaus. Auch der Mond zeigt sich als ganz schmale Sichel. Es ist fast Leermond. Die Dämmerung hat schon eingesetzt und ein blasses Morgenrot zeigt sich im Osten. Für den Sonnenaufgang ist es leider noch zu früh.

Einige Schülerinnen und Schüler nutzen die Pause wiederum für ein Nickerchen (Powernap). Ein Schüler fragt: »Wohin gehen wir jetzt?» Sein Kollege antwortet: «Zum Spital Frauenfeld.» - «Das ist gut», meint der erste Schüler, «dann kann ich mich gleich behandeln lassen.» Dies ist aber nicht nötig gewesen, denn kurz vor sieben Uhr darf die ganze Gruppe in die Cafeteria des Spitals eintreten und gemeinsam frühstücken: Es gibt heisse Ovi oder Schokolade, ein Brötchen oder Gipfeli mit Butter und Konfitüre. Gestärkt aber ziemlich müde wird der letzte Abschnitt der Wanderung unter die Füsse genommen. Es geht durch das neue Quartier beim Spital und dann den Rebberg hinunter nach Lüdem.

Der Zug hält um 8.23 Uhr und bringt die ganze Gruppe zurück nach Münchwilen. Fast neun Stunden und 22 Kilometer ist die Gruppe unterwegs gewesen. Alle sind müde gewesen, einige erschöpft. Zufrieden geht es nach Hause ins wohlverdiente Wochenende. Herzliche Gratulation!