Lagerwoche

Lernen, leisten und lachen in Urna?sch (AR) 18.-22. September 2017

Montag

Wir trafen uns am Montagmorgen bereits um 07.30 Uhr, um unsere Gepa?ckstu?cke in den Anha?nger zu verladen. Unser Koch, Herr Capeder, half uns dabei. Das Einladen ging rasch und wir hatten noch Zeit fu?r ein Klassenfoto. In den Gesichtern der Kinder war Vorfreude zu sehen. In einigen Ba?uchen machte sich jedoch ein etwas mulmiges Gefu?hl breit. Mehrere Kinder werden zum ersten Mal eine ganze Woche ohne ihre Eltern verbringen...

Mit dem Zug reisten wir nach Flawil. Vom Bahnhof aus spazierten wir dem Schoggiweg entlang zur Maestrani. Die Waren im Shop wurden verfu?hrerisch pra?sentiert und einige Schu?lerinnen und Schu?ler verbrauchten bereits einen Teil ihres Taschengeldes. Um zehn Uhr gingen wir gemeinsam durchs Chocolarium. Es gab viel Interessantes zu entdecken und auszuprobieren. Besonders das, was Gera?usche machte, sich bewegte, angefasst oder probiert werden durfte, fand Anklang.

Nachdem wir unseren spannenden Rundgang beendet hatten, assen wir beimPicknickplatz unseren Lunch. Zum Glu?ck gab es viele grosszu?gige Kinder, welche ihreEsswaren teilten. Zwei Kinder hatten ihr Mittagessen na?mlich in den Koffer anstatt in denRucksack gepackt.
Mit Bus und Zug ging die Reise weiter. In Urna?sch stu?rmten die Fu?nftkla?ssler als erstes aufdie Ziegen, Hu?hner und Pferde im Reka-Dorf zu. Schliesslich nahmen wir den einstu?ndigenAufstieg zum Lagerhaus auf uns. Etwas erscho?pft aber voller Neugierde kamen wir kurz vorvier Uhr dort an. Die Zimmer wurden bezogen sowie die Tu?rschilder angebracht. Kurz nachder erfrischenden Dusche fand man die Kinder draussen beim Spielen.
Die erste A?mtligruppe deckte die Tische und zur Freude der Kinder gab es fu?r jede(n)einen grossen Teller Spaghetti. Leider geriet dabei der Salat etwas in Vergessenheit.
Das Abendprogramm bestand aus einem intensiven, lauten und emotionalen Tutto-Turnier.


Die erste
Nacht war ziemlich unruhig. Zu viel Nervosita?t und Spannung lag in der Luft.

Dienstag

Um Viertel vor sechs war es aus mit der Nachtruhe. Dadurch, dass das Lagerhaus sehr ringho?rig war, entstand ein grosser La?rm. Den meisten Kindern gelang es nicht mehr, wieder einzuschlafen.
Nach dem noch etwas unkoordinierten Fru?hstu?ck und dem Abwasch starteten wir unsere Tageswanderung. Der Weg war trotz regnerischem und kaltem Wetter sehr abwechslungsreich und scho?n. Dass uns Herr Capeder mit seinem Hund Nicki begleitete, war eine besonders gelungene U?berraschung. Die Wanderung wurde dadurch viel kurzweiliger. Auch die Kletterseile und die Teppichrutschbahn sorgten dafu?r, dass niemals Langeweile aufkam. Am Fluss Urna?sch assen wir (im Regen) unseren Lunch.

Mit dem Bus fuhren wir zuru?ck nach Urna?sch und marschierten wieder etwa eine Stunde nach oben zur Osteregg. An diesem Abend waren wir sehr geschafft, hatten doch die meisten nicht sonderlich viel geschlafen.
Der Riz Casimir wurde „ru?bis und stu?bis“ aufgegessen, so lecker war er. Zum Glu?ck servierte Herr Capeder die Fru?chte separat...

Als kro?nenden Abschluss spielten wir verschiedene Gesellschaftsspiele. Jeder und jede konnte dort mitmachen, wo es ihm/ihr am meisten Spass machte. Besonders das „Werwo?lfla?“ mir Herr Sta?mpfli fand grossen Anklang.
Auch in der zweiten Nacht dauerte es eine Weile, bis alle ruhig in ihren Schlafsa?cken liegen konnten. Zwischenzeitlich musste jemand sogar Matratze und Schlafsack in die Ku?che schleppen...

Mittwoch

Mitte Woche ging es – wiederum warm eingepackt – nach Jakobsbad. Dort erhielten wir eine Einfu?hrung vom Kletterprofi. Oberstes Gebot war es, sich stets mit einem Karabiner zu sichern. Niemals durften beide Karabiner lose herunterha?ngen. Dies brauchte etwas U?bung, deshalb absolvierten wir zuna?chst einen Trainingsparcours. Wer diesen geschafft hatte, durfte auf den grossen Seilpark. Es machte Spass, mit der Rolle die langen Seile hinunter zu sausen. In einigen Ba?uchen kribbelte es jedoch gewaltig.

Je la?nger wir auf dem Kletterpark waren, desto leichter fiel uns das Umha?ngen der Karabiner und auch unsere Schritte wurden sicherer. Wer sich traute, durfte zum Schluss den freien Fall in die Tiefe „geniessen“.

Den Mittagslunch nahmen wir in einem kleinen Zelt ein, da es immer wieder regnete. Zu dieser Zeit besuchte uns Herr Capeder. Er hatte sogar unsere Su?ssigkeitenkiste dabei!
Am Nachmittag nutzten wir einen sonnigen Abschnitt zum Rodeln. Wer schaffte es, dabei mo?glichst wenig zu bremsen?

Mit dem Zug fuhren wir nach Urna?sch zuru?ck und wanderten von dort aus wieder in die Osteregg. Unsere Beine und Arme waren etwas kalt und mu?de. Als Belohnung wartete ein leckeres Stu?ck Kuchen auf uns.
Als wieder alle sauber und die Zimmer ordentlich waren, genossen wir Ghackets mit Ho?rnli, optional mit Apfelmus. Auch dieses Menu? schmeckte uns. Herr Capeder konnte gut einscha?tzen, wie viel Hunger wir hatten.

Leider mussten wir den Besuch der Sternwarte aufgrund des Wetters auf den Donnerstagverschieben. Dafu?r durften wir am Mittwochabend den Film Blues Brothers ansehen. ZuBeginn gefiel der Film nur wenigen Kindern. Etwas spa?ter konnten sich dieFu?nftkla?sslerinnen und Fu?nftkla?ssler kaum noch halten vor Lachen.

Donnerstag

Die Nacht auf den Donnerstag verlief ruhig. Die Kinder bekamen dafu?r ein grosses Lob von Herr Sta?mpfli und Frau Eisenring. Nach dem herzhaften Fru?hstu?ck wurde draussen Stratego gespielt. Hierbei wurden nun auch die letzten Schuhe und Hosen dreckig. Schliesslich spielten wir im Kreis „Dirigent“ und „Dinge vertauschen“. Es war wunderbar, endlich wa?rmende Sonnenstrahlen auf Haut und Haar zu spu?ren. Kurz vor dem Mittag durften die Kinder selber wa?hlen, was sie tun wollten: Hu?tten bauen, die Spielgera?te nutzen, Werwo?lfla? oder bei Herr Capeder in die Pfanne schauen. Unser Koch bereitete draussen in einer riesigen Pfanne feinen Risotto Milanese zu. Anstatt Weisswein verwendete er Rimuss.

Um Punkt zwo?lf Uhr schnappten sich alle ein kleines Schu?sselchen, einen Lo?ffel und einGlas Tee. Wir setzten uns um die Feuerstelle und genossen den Risotto und die Sonne.Obwohl die Kinder am Nachmittag auch im Haus ha?tten spielen oder lesen du?rfen,blieben alle draussen. Es war toll, Fussball, Werwo?lfe, Frisbee, Badminton, Speedmintonoder Diabolo zu spielen. Einige Knaben und Ma?dchen streiften durch die Ba?ume undschleppten viele A?ste zum Lagerhaus. Dort bauten sie verschiedenste Hu?tten. Die gro?ssteHu?tte wurde sogar mit einer Fahne (Putzlappen) geschmu?ckt.

 

 

Am Abend machte uns Herr Capeder ein Mostfondue. Selbst diejenigen Kinder, welche Fondue nicht mochten, wollten davon probieren. Es war doppelt ko?stlich: das Fondue selbst und zuzusehen, wie die Kinder das Fondue assen.
Nach dem Essen putzten wir sofort unsere Za?hne und marschierten dann zur Sternwarte „Grosser Ba?r“. Herr Ba?r zeigte uns das Haus mit dem gewaltigen Holzstativ des Fernrohrs. Anschliessend erkla?rte er uns das Wichtigste anhand von Bildern.

In Gruppen durften wir schliesslich hoch in die Kuppel. Im Fernrohr war der Saturn zu sehen. Mit blossem Auge konnte der Sternenhimmel betrachtet werden. Die Milchstrasse war gut sichtbar. Wir fu?hlten uns richtig klein.
Mit den Taschenlampen wanderten wir kurz vor 22 Uhr wieder hoch zum Lagerhaus. Der Aufstieg war fu?r einige Kinder sehr beschwerlich.

 

 

 

Mu?de sanken wir in unsere Betten und schliefen sofort ein.

Freitag

Am Freitagmorgen musste die Kinderschar fru?h aufstehen. Nach dem sta?rkendenFru?hstu?ck wurde der Lunch zusammengestellt. Anschliessend putzten wir unsere Za?hne undpackten die Koffer. Alle Gepa?ckstu?cke wurden nach draussen auf die Terrasse gebracht.Waren die Betten in Ordnung, so zogen die Schu?lerinnen und Schu?ler ein Los. Daraufstand, welchen Putz-Job die Kinder zu erledigen hatten. Es war eine gute Idee von denLeitern, einiges schon am Vorabend aufzura?umen und zu reinigen. So reichte die Zeit zumPutzen gut aus. Auf der grossen Wiese vor dem Lagerhaus machte Herr CapederKlassenfotos. Bald darauf marschierten wir ins Tal. Als wir aus dem Waldstu?ckherauskamen, ho?rten wir merkwu?rdige Gera?usche. Glockengela?ut und eine Art Jodeldrangen zu uns. Wer genau hinsah, konnte eine Alpabfahrt entdecken. Zuvorderst gingendie Ziegen, im Anschluss die Ku?he. Mittendrin waren die festlich gekleideten Familien.Bevor wir das Brauchtumsmuseum in Urna?sch besuchten, machten wir einen Znu?nihalt. Wirwaren sehr hungrig. Zwei kundige Appenzeller fu?hrten uns durch die scho?nen undspannenden Ra?ume des Museums. Ein Teil der Ausstellung war in einem sehr alten Haus,welches bei einem Brand vor vielen Jahren gerettet werden konnte. Am meisten gefiel esuns, die Glocken und das Hackbrett zum Klingen zu bringen oder Taler zu schwingen. Diefiligranen Ausstellungsstu?cke machten uns ebenfalls Eindruck. Die Appenzeller pfleg(t)enihre Bra?uche sehr sorgsam!
Die Fu?hrung dauerte zwar eineinhalb Stunden, trotzdem ging sie schnell vorbei. Schade,dass sich einige Knaben nicht richtig darauf einlassen konnten und stattdessen Blo?dsinnmachten.
Die Mittagsrast hielten wir bei einem Spielplatz ab. Der Lunch war im Nu vertilgt, denn dasSpielen war uns wichtiger. Zum Schluss wurde der Sieger des Gute-Nacht-Quiz verku?ndetund wir marschierten zum Bahnhof. Obschon wir etwas Su?sses in unserem Lunch hatten,konnten wir es nicht lassen, den Kiosk zu stu?rmen. Frau Eisenring verzichtete deshalbdarauf, den am Vorabend gefundenen Schatz (Bru?geli) zu verteilen. Am kommendenMontag wu?rde die Schokolade vermutlich mehr gescha?tzt werden...
Mit dem Zug fuhren wir via Gossau und Wil nach Mu?nchwilen. Am Bahnhof wartetenunsere Eltern auf uns. Sie freuten sich sehr, uns wieder zu sehen. Trotz der vielen Emotionenmussten wir noch bei der Turnhalle unser Gepa?ck holen. Herr Capeder hatte denAnha?nger sicher zuru?cktransportiert und half uns wieder beim Ausladen. Es war interessant,dass einige Dinge niemandem mehr geho?rten.
Die Schu?lerinnen, Schu?ler und Leiter waren hundemu?de und gleichzeitig froh, dass allesgut gegangen war. Wa?hrend dieser Lagerwoche haben wir viel gelernt, gelacht undgeschwitzt – es hat sich auf jeden Fall gelohnt.