Gewaltprävention

Grenzen spüren und sich selber abgrenzen

Während der drei Schulwochen zwischen den Weihnachts- und den Sportferien wurde im Schulzentrum Oberhofen intensiv am Projekt „Gewaltprävention“ gearbeitet. Alle 18 Abteilungen erhielten Besuch von Hugo von Bibra, dem Regionalleiter des Schweizerischen Instituts für Gewaltprävention. Herr von Bibra gestaltete mit allen Klassen zuerst eine Doppellektion, um die Präventionsbausteine und –instrumente stufenspezifisch zu erarbeiten. In einer zusätzlichen Einzellektion wurden die Lerninhalte repetiert und vertieft. In den Kindergartenklassen waren auch die Eltern eingeladen, den Lektionen beizuwohnen, hat die Erfahrung doch gezeigt, dass der Unterricht wirksamer ist, wenn möglichst viele erwachsene Personen anwesend sind.

Hugo von Bibra arbeitete mit den Kindern an den drei grundlegenden Themen der Gewaltprävention: Grenzen spüren, sich selber abgrenzen und Eskalation/Deeska-lation. Auf spielerische Weise führte Hugo von Bibra zur Einstimmung Übungen durch, in denen es galt, auf andere Rücksicht zu nehmen, genau zu beobachten und zu spüren, wo die Grenzen der Klassenkameraden sind. Dabei galt es für die Kinder auch, sich selber abzugrenzen und zu merken, wann der Spielkamerad genug hatte und eigentlich gar nicht mehr mitmachen wollte. Die Schülerinnen und Schüler übten auch, sich auf ein Spielgerät zu einigen und einen Entscheid der Gruppe zu akzeptieren, auch wenn man selber anders entschieden hätte. Schliesslich galt es auch, nervende Mitspieler zu ignorieren oder ihnen unmissverständlich aufzuzeigen, dass man genug hatte, ohne dass gleich Gewalt mit ins Spiel kam. Hugo von Bibra schaffte in den Kindergartenklassen einen guten Einbezug der Eltern, indem sie aktiv mitmachten und gleich selber erfuhren, wie schwierig es sein kann, wenn andere die eigenen Grenzen nicht respektieren. Schliesslich durften die Kindergärtler auch noch ihren Mut beweisen, indem sie durch eine Gasse mit lauter Barrieren rennen mussten und dabei die Erfahrung machten, dass dies nur möglich war, weil sie ihren Eltern vertrauten, dass diese die Barrieren öffneten. In den oberen Klassen wurde zusätzlich das Verhalten im Fall einer Eskalation geübt und wie man eine aufgeheizte Stimmung wieder abkühlen kann. Hugo von Bibra arbeitete in allen Klassen mit denselben Symbolen, so dass nun alle Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Oberhofen wissen, was die Explosion, die Zündhölzer, die Eule, die Maus oder der innere Schiedsrichter bedeuten.

Es ist klar, dass die Lektionen mit Hugo von Bibra erst der Beginn eines längerfristigen Prozesses sind. Gewaltprävention verlangt von den Lehrpersonen, die Grundthemen immer wieder zu repetieren und zu vertiefen. Dazu hat das Institut für Gewaltprävention eine Sammlung von geeigneten Übungen verfasst, welche den Lehrpersonen nun zur Verfügung steht. Damit die gesamtschulische Wirkung erhalten bleibt und nicht gleich wieder abflacht, wird es unumgänglich sein, dass die Lehrpersonen am Ball bleiben, genau hinschauen und bei Bedarf umgehend reagieren. Es ist geplant, anlässlich der Schulschlussfeier von Ende Juni den Eltern Einblicke in die bisher geleistete Arbeit zu geben. (rt)

DSC01485.JPG DSC01489.JPG
DSC01490.JPG DSC01492.JPG
DSC01494.JPG DSC01495.JPG
DSC01498.JPG DSC01506.JPG
DSC01509.JPG DSC01515.JPG