Arbeitsintensives Teamweekend

Es gehört bereits zu den Traditionen der VSG Münchwilen, dass sich die Lehrerteams der beiden Primarschulzentren Oberhofen und Kastanienhof zu Beginn eines Schuljahres während zwei Tagen ins Teamweekend begeben, um intensiv an Schulentwicklungsprojekten zu arbeiten.

Die bevorstehende Einführung des Lehrplans 21 wirkte sich in hohem Masse auf das Programm des diesjährigen Teamweekends aus. Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln wurden Aspekte rund um den neuen Lehrplan diskutiert, geplant und in Form von Anträgen an die Schulbehörde beschlossen.

Nach einem gemeinsamen Einstieg erstellten die zwei Lehrerteams unter der Führung der Schulleiter Michael Götsch und Rolf Thalmann nach Schulzentren getrennt die beiden Schulprogramme für die nächsten 3 Jahre. Als Grundlage dienten das neu erstellte Leitbild der Volksschulgemeinde Münchwilen, die strategischen Ziele der Schulbehörde und die kantonalen Vorgaben zur Einführung des Lehrplans 21. Noch vor dem Mittagessen befassten sich die Teilnehmenden ein erstes Mal mit dem neuen Lehrplan, galt es doch, sich im Selbststudium das nötige Grundlagenwissen für die Gruppenarbeit vom Nachmittag anzueignen.

Nach dem Mittagessen erarbeiteten die Lehrpersonen in stufen- und fachspezifischen Kleingruppen eine Unterrichtsreihe aus dem Bereich „Mensch, Natur, Gesellschaft“. Die Art der Aufträge und die Fragestellungen mussten kompetenzorientiert formuliert werden. Den Lehrpersonen wurde dabei bewusst, dass mit dem Lehrplan 21 einerseits den Lehrmitteln eine zentrale Rolle zukommen wird und dass andererseits bereits heute viele Lektionen und Unterrichtssequenzen kompetenzorientiert gestaltet werden. Die Schule und das Unterrichten werden folglich mit dem neuen Lehrplan 21 nicht grundsätzlich neu erfunden.

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Der Samstagvormittag diente den Lehrpersonen dazu, nach Schulzentren getrennt oder in Stufenteams an aktuellen Themen der Schulentwicklung und Schulgestaltung zu arbeiten. So galt es für das Schulzentrum Oberhofen zu klären, ob mit der Einführung des Lehrplans 21 am bestehenden System der dreijährigen Unter- und Mittelstufe festgehalten  oder ob auf ein Zweijahres-Klassensystem gewechselt werden soll. Die Diskussion brachte klar zum Ausdruck, dass man weiterhin in Jahrgangsklassen unterrichten wollte, dass man aber auch ein Gesuch an die Schulbehörde verabschieden wollte, um einen Systemwechsel und damit eine bessere Anpassung an den neuen Lehrplan anstreben wollte. Praxis- und unterrichtsbezogen wurde zum Schluss des Teamweekends in den Stufenteams gearbeitet, wobei viele Absprachen und Vorbereitungsarbeiten zu Themen und Projekten des aktuellen Jahresplans erledigt werden konnten.
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Wie ein roter Faden und als wohltuender Ausgleich zu den intensiven und eher kopflastigen Arbeitsblöcken zogen sich Ausschnitte des 2013 am Filmfestival von Locarno ausgezeichneten Dokumentarfilms „tableau noir“ durch das Teamweekend. Der Film des Westschweizer Regisseurs Yves Yersin zeigt in unaufgeregten, aber umso eindrücklicheren Bildern den Schulalltag in einer kleinen Gesamtschule im Neuenburger Jura.

Das Teamweekend bot den Primarlehrpersonen auch dieses Jahr die Möglichkeit, fernab des eigenen Klassenzimmers die Schule als Ganzes und den Unterricht im Besonderen weiter zu entwickeln. Dass dieses Jahr der Lehrplan 21 im Zentrum stand, lag auf der Hand, hat das Amt für Volksschule doch erst vor kurzem die Einführung des Lehrplans offiziell an die Schulgemeinden delegiert. (rt)