Lehrpersonen lernen die Basisschrift kennen

Rolf Thalmann, Schulleiter

Mitte Februar setzten sich alle Kindergarten- und Primarschul-Lehrpersonen der VSG Münchwilen im Rahmen einer schulinternen Weiterbildung mit der neu konzipierten Basisschrift auseinander. Diese wird mit der Einführung des Lehrplans 21 die Schnürlischrift ersetzen.

Bruno Mock, Psychomotorik-Therapeut und Dozent an der Pädagogischen Hochschule Thurgau, eröffnete den Weiterbildungsnachmittag mit einem Streifzug durch die Geschichte der Handschrift. Er verwies darauf, dass 1947 die Schweizer Schulschrift, besser bekannt als Schnürlischrift, eingeführt wurde. Sie sollte ein fliessendes Schreiben mit Feder und Tinte ermöglichen, ohne dass nach jedem Buchstaben abgesetzt werden musste und dadurch der Tintenfluss unterbrochen wurde. Allein schon diese Erklärung reichte aus, um allen anwesenden Lehrpersonen die Notwendigkeit einer neuen Schulschrift plausibel zu machen. Da heute niemand mehr mit Feder und Tinte schreibt, ist es auch nicht mehr nötig, eine möglichst schwungvolle Schrift mit überdimensionierten Grossbuchstaben zu erlernen. Die neue Basisschrift soll Abhilfe schaffen, einfacher zu erlernen sein und trotzdem zu einer flüssigen, gut lesbaren Handschrift führen.

Bruno Mock zeigte in der Folge auf eindrückliche Weise auf, wie schwierig für Kinder das Erlernen einer Schrift ist und wie wichtig es deshalb ist, dass schon im Kindergarten mit unterschiedlichen Übungen auf den Schreibprozess vorbereitet wird. Die Lehrpersonen setzten sich während des ganzen Kursnachmittags mit didaktischen und methodischen Fragen auseinander, erhielten viele Tipps und Hinweise zu einem lustvollen und zielorientierten Schreibunterricht und konnten immer wieder selber ausprobieren und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Schliesslich galt es für die Lehrpersonen, sich aktivmit der neuen Basisschrift auseinanderzusetzen. Auch wenn nicht alleGrossbuchstaben auf Anhieb Gefallen fanden, mussten sich die Lehrpersoneneingestehen, dass das Erlernen dieser Schrift für die Zweitklässler um einigeseinfacher sein wird als dies bei der Schnürlischrift der Fall ist. Wie sich die neue Basisschriftauf die persönlichen Handschriften der Erwachsenen auswirkt, das wird sich erstin einigen Jahren zeigen. Der unterhaltsame und lehrreiche Weiterbildungsnachmittag motivierte die Lehrpersonen,sich gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern auf den Prozess des Erlernensund der Weiterentwicklung der Basisschrift einzulassen.

 

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